PERMX

 

****PERMX – Experimente mit künstlicher Wirklichkeit ****

Mich interessiert an generativer KI nicht nur, was sie inzwischen erstaunlich gut kann, sondern mindestens ebenso, was sie falsch macht. Die Fehler, Missverständnisse, Klischees und Vereinfachungen erzählen viel darüber, wie diese Systeme unsere Wirklichkeit interpretieren und daraus ihre eigenen Bilder und Geschichten erzeugen.

Bei PERMX versuche ich deshalb nicht, die KI möglichst perfekt zu benutzen. Im Gegenteil: Ich arbeite mit den Fehlern, greife Fehlinterpretationen auf, verstärke sie oder mache mit Ergebnissen weiter, die eigentlich verworfen werden müssten. Manchmal versuche ich auch ganz bewusst, die Systeme gegen ihre eigene Logik arbeiten zu lassen. Diesen Umgang nenne ich etwas ironisch „degenerative KI“.

Dahinter steckt für mich eine ernsthafte Frage: Was passiert, wenn immer mehr der Bilder, Texte und Geschichten, mit denen wir uns umgeben, von Systemen erzeugt werden, die Wirklichkeit nach Mustern rekonstruieren? Welche Vorstellungen, Stereotype und Vereinfachungen werden dabei immer wieder reproduziert – oder neu in die Welt gebracht – und wie verändert das wiederum unsere eigene Wahrnehmung?

PERMX ist dafür mein Experimentierfeld. Dabei sind unter anderem die virtuelle Musikerin Liora Veis, Musikvideos für Abrißbirne und die Reihe „Glück auf! Die KI-Predigt“ entstanden, in der künstliche Figuren ihre Weltsicht verkünden. Außerdem arbeite ich an dem Science-Fiction-Dokumentarfilm „Leben, Erscheinen“.

Nicht alles davon ist ernst gemeint. Aber die Frage dahinter schon: Was sieht eine künstliche Intelligenz, wenn sie Wirklichkeit abbildet – und was sehen wir irgendwann durch sie?

permx.org