Die blaue Blume der späten Moderne

Ich bin fest davon überzeugt, dass in der jungen Generation, den heutigen, jungen Erwachsenen zwischen 15 und 20, wieder eine existenzialistische Selbstsuche beginnen wird, wenn sie nicht schon begonnen hat. Die Frage nach der Entwicklung des eigenen Seins wird dieses Mal mit Ausrichtung auf globaler Verantwortung gestellt werden. Je dominanter und undurchschaubarer, je inakzeptabler und repressiver die Lebenswirklichkeit um sie, je gewaltiger sich vor ihnen Effizienzdenken und Fortschrittsgläubigkeit auftürmen, desto lauter der Ruf nach Authentizität und zwischenmenschlicher Gemeinschaft. Es wird eine Abkehr von KI, Digitalisierung, Gewinn und Wachstum geben, hin zu einer post-romantischen Bewegung zum Schönen und Echten. Das wird nicht die Rettung der Welt sein, aber ein lohnenswerter Versuch noch etwas menschlich zu bleiben.